Suizid-Prävention

Trigger-Warnung: Suizid

Wie gehe ich mit Suizidgedanken um?

Ich habe gerade erfolgreich an dem Workshop „Umgang mit Suizidalität“ von „Seelische Erste Hilfe leisten“ teilgenommen.

Zu meinem Beruf als Coach und Beraterin gehört es dazu, dass ich auf Menschen treffe, die sich in einer schwierigen Lebensphase befinden und bei mir Unterstützung suchen. Hier ist es u.a. meine Aufgabe zu erkennen, wo meine eigenen professionellen und persönlichen Grenzen in meiner Arbeit liegen, und inwieweit meine Klienten suizidgefährdet sind und somit akuter Handlungsbedarf besteht.

Inhalte der Weiterbildung:

  • die Risikofaktoren für Suizid
  • Daten & Fakten zur Suizidalität in Deutschland
  • der Werther und der Papageno-Effekt
  • Irrtümer über Suizid
  • Warnsignale und alarmierende Handlungen
  • Umgang mit Betroffenen
  • empathische Gesprächsführung
  • Kontaktstellen
  • Selbstfürsorge u. Eigenschutz.

 

Fakten über Suizid

Suizid ist immer noch ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Es fällt allgemein schwer, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Frage nach Suizidgedanken beim Gegenüber konkret zu äußern, verursacht ungute Gefühle und wird daher oft vermieden. Auch der Betroffene empfindet u.a. Scham u. Unbehagen, was ihn davon abhält, über seine belastenden Gedanken mit anderen zu sprechen. Jedoch ist es erwiesen, dass es entlastend wirkt, seine Suizidgedanken auszusprechen. Hinter den Gedanken steht oft der Wunsch nach einer Lösung, nach Ruhe und Befreiung aus der aktuellen Situation und Gefühlslage – sie sind eine Hilferuf.

Die meisten Menschen haben im Laufe Ihres Lebens einmal Suizidgedanken. Oft gehen diese Gedanken mit einer psychischen Erkrankung (z.B. Depression, Sucht) einher oder treten in einer tiefen Lebenskrise auf.

Wusstest Du, dass jeden Tag ca. 25 Menschen in Deutschland durch Selbsttötung sterben? Im gesamten Jahr sind das ca. 10.000 Menschen, 3-mal so viele, wie im Straßenverkehr bei Unfällen sterben. Die Dunkelziffer liegt ca. 15mal höher. Besonders betroffen sind Männer (ca. 70%), ältere Menschen über 60/70 Jahre und einsame Menschen. Bei jüngeren Menschen zwischen 19-25 Jahre ist Suizid die zweithäufigste Todesursache. Stark gefährdet sind u.a. Frauen mit Migrationshintergrund, Menschen mit gleichgeschlechtlicher sexueller Orientierung und die Berufsgruppe der Ärzte.

Die Hinterbliebenen nach erfolgreichem Suizid empfinden oft starke Schuldgefühle und werden häufig vom nahen Umfeld gemieden oder sogar ausgegrenzt.

Bitte an Dich

Allgemein besteht beim Thema Suizid noch viel Aufklärungsbedarf. Darum achtet bitte auf Eure Mitmenschen und Angehörige: hört Ihnen aufmerksam zu und nehmt Ihre Gedanken ernst. Jedoch gilt es auch die eigenen Grenzen zu achten, Selbstschutz geht immer vor Fremdschutz. Nur wenn Du psychisch stabil bist, kannst Du anderen helfen. Zudem sollten sich Hinterbliebene und Angehörige von Suizidgefährdeten Unterstützung von außen z.B. bei Selbsthilfegruppen holen.

Mein Fazit

Nach dieser Weiterbildung fühle ich mich sensibilisiert für das Thema, und allgemein besser vorbereitet einen Klient auf seine Suizidgedanken anzusprechen. Ich weiß nun genauer, wohin ich mich im Akut Fall wenden kann, und worauf ich zukünftig in der Wortwahl und im Verhalten gefährdeter Personen achten werde. Auch ist mir bewusster geworden, dass die Äußerung von Suizidgedanken gegenüber anderen Menschen in den seltensten Fälle manipulativ gemeint ist, sondern immer einen ernstzunehmenden Hilferuf des Betroffenen darstellt.

Wenn Du Hilfe brauchst 

Solltest Du Dich beim Thema Suizid persönlich angesprochen fühlen, oder akut Hilfe benötigen, kannst Du dich an folgende Kontaktstellen wenden:

Im Notfall:

Rettungsdienst:
112
(Rund um die Uhr erreichbar)

Hilfe am Telefon:

Telefonseelsorge:
0800 – 111 0 111
oder
0800 – 111 0 222
(rund um die Uhr, kostenlos)
http://www.telefonseelsorge.de

Ärztlicher (psychiatrischer) Bereitschaftsdienst (Tel.: 116117)

Weitere mögliche Ansprechpartner:

Hausarzt

Psychotherapeut/Psychiater

Psychosoziale Beratungsstellen

Sozialpsychiatrische Dienste

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention inkl. Angeboten nach Bundesländern sortiert:

https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/