Thymian – Thymus vulgaris

Thymian

Lat. Thymus vulgaris

Echter Thymian ist ein Lippenblütler mit ca. 35 Unterarten. Er hat eine Wuchshöhe von ca. 10-40 cm und verholzt von unten, im oberen Bereich bleibt er grün. Die Blätter sind auf der Unterseite fein behaart und oben glatt und am Rand leicht eingerollt. Von Juni bis August zeigen sich die Lippenblüten in Farbnuancen von Violett, Purpur bis Weiß. Daraus bilden sich später die eiförmigen Nüsschen, die  auch den Samen enthalten. Thymian steht bevorzugt an hellen und trockenen Standorten auf eher sandigen Böden. Wild wächst er an Wegrändern, auf trockenen Wiesen und an Mauern.

Die Pflanze passt sich an den jeweiligen Standort ökologisch an und bildet so unterschiedliche Chemotypen aus. So bilden sich unterschiedliche Aromen und Eigenschaften heraus, je nach Region, Klima, Boden, Wuchshöhe und Sonnenstand. Aus der gleichen Grundpflanze können somit ganz unterschiedlich zusammengesetzte ätherische Öle entstehen. Diese nennen sich dann Chemotypen (ct.). Die bekanntesten Hauptchemotypen vom Thymian sind:

Typ Linalool = „milder Thymian / Kinderthymian / Zitronenthymian“ – sanft aber stark wirksam- bei fachgerechter Anwendung keine Vorsichtsgebote

Typ Thymol = „scharfer /echter Thymian / weißer Thymian / roter Thymian“ – starke Wirkung, nur für unempfindliche Personen geeignet – Vorsichtsgebote beachten – siehe unten.

Er wächst hauptsächlich in Europa, Afrika und Teilen Asiens. Die meisten Arten finden sich im Mittelmeerraum. Je nach Standort und Eigenschaften der Pflanze duftet das Öl unterschiedlich – eher krautig, würzig oder sogar blumig.

In der Küche regt er als Gewürz den Appetit an und fördert die Fett-Verdauung. Auch in der Kosmetik findet er seine Anwendung, hauptsächlich wegen seiner antiseptischen  und erfrischenden Wirkung.

Thymian geht auf das altgriechische „thymie‘ma“ zurück und bedeutet so viel wie „Räucherwerk / Räuchern“. Ursprünglich wurde er als uralte Ritualpflanze genutzt. Als Räucherkraut regt er den Geist und die Seele an. In der Antike wurde er auch bei Totenritualen und der Beisetzung eingesetzt.  Er ist einer der ältesten Heilkräuter und wurde damals zur Bekämpfung von Seuchen verwendet.

„Die nächste Grippe kommt bestimmt, doch nicht zu dem der Thymian nimmt“ (Unbekannt)

Die Gerbstoffe und Flavonoide des Thymians wirken keimabtötend, entzündungshemmend, krampflösend und fördern den Auswurf. Er ist somit bei Atemwegserkrankungen (Bronchitis, Husten, Erkrankungen der Luftwege) sehr wirksam. Schon die berühmte Hildegard von Bingen nutzte Thymian als Heilmittel gegen Husten. Auch als Aufguss oder Mittel zum Mundspülen bei Entzündungen und Halsschmerzen hat er sich bewährt. Bei Darmproblemen und Magenkrämpfen kann er innerlich z.B. als Tee angewendet werden. Das Öl kann in Bädern oder als Massageöl ebenfalls bei Rheuma und Verstauchungen hilfreich sein.

Symbolisch steht der Thymian für den Wagemut und die Kühnheit. Es geht auch auf das griech. Wort „thymos“ zurück, welches übersetzt Kraft, Stärke und Mut bedeutet. Im Mittelalter stand er auch für den Ehrenkodex der Ritter. Nach dem alten Volksglauben galten Thymiansträucher lange Zeit als ein Wohnort von Feen.

Das Thymian-Öl wird mit Hilfe der Wasserdampfdestillation aus den Blättern und dem Kraut gewonnen. Es wirkt u.a. antibakteriell, antimykotisch, antiseptisch, schleimlösend, fungizid, stimuliert das Immunsystem und löst Krämpfe.

Im Bereich der Psyche hilft er gegen Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Mutlosigkeit und Müdigkeit. Außerdem steigert er die Konzentrationsfähigkeit und wirkt wie ein Nerventonikum.

Vorsicht ist bei der Anwendung des Ct. Thymol Typs geben, wenn Asthma oder andere spastische Atemwegserkrankungen vorliegen, bei empfindlicher Haut, in der Schwangerschaft und bei Babys und Kleinkindern. Auch kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen, wegen des Thymol Anteils. Der Typ ct. Thymol wirkt stark schleimhautreizend und ist nicht für die Daueranwendung geeignet.

Der Thymian wurde 2013 von der VAGA – Vereinigung für Aromapflege u. gewerbliche Aromapraktikerinnen -zur Duftpflanze des Jahres gekrönt.

Bei fachgerechter Anwendung ist der Thymian somit ein wunderbar wirksames altbewährtes Heilkraut.

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